Samstag, 30. März 2013

Vom Ostereier-Färben

Kennt Ihr das manchmal auch? Da macht man jede Menge Pläne für Ostern, und alles kommt schliesslich ganz anders.

Die Eier gemeinsam zu färben gehört in unserer Familie zur Tradition. Seit mein Mann auch zur Familie gehört, hilft er jeweils auch fleissig mit, und anschliessend an das meist am Karfreitag stattfindende kreative Zusammensein folgt dann jeweils noch ein gemeinsames gemütliches Abendessen. Seit die Kinder da sind machen wir das bei uns, so dass der Nachwuchs dann abends in die Betten verstaut wird und die Grossen noch entspannt zusammensitzen können.

Der hartnäckig nicht scheiden wollende Winter beschert uns ebenso hartnäckig regelmässige Erkrankungen, vorwiegend  den Kindern, zwischendurch auch mal den Erwachsenen. So kam es, dass mein Sohn und mein Mann ziemlich angeschlagen waren, meine Mutter ebenfalls, und das grässliche Winterwetter so nicht recht zur Osterlaune beitragen mochte. Dennoch haben wir etwas mehr als 40 Eier gefärbt, die meisten liebevoll mit Blumen und Kräutern aus unsern Gärten zuvor dekoriert. (Die Auswahl an geeigneten Pflanzen war allerdings in Folge der anhaltend tiefen Temperaturen etwas spärlich...) Das einzig gute an dem saukalten miesen Wetter ist, dass die Farbsude zwischendurch schnell abkühlten.

Dennoch hat es uns allen Spass gemacht, während die Kinderchen schliefen zu dekorieren, um dann am Nachmittag zusammen mit dem Tochterkind alles schön zu kochen und zu färben. Dieses Jahr haben wir uns vorwiegend an Rot- und Brauntöne gehalten, Rotholz, Cochenille, Zwiebelschalen und orange Lebensmittelfarbe (auf Wunsch meiner Tochter).

Das Staunen und die Spannung, wenn sich aus den aufgeschnittenen Stücken alter Damenstrümpfe und nach dem abschaben der zerkochten Kräuter wunderschöne kleine Kunstwerke herausschälten, erinnerte mich an meine Eierfärbnachmittage als Kind. Ist es nicht schön, Traditionen innerhalb der Familie weitergeben zu dürfen?


Leider sind dafür alle andern Osterideen auf der Strecke geblieben. Keine zu Häschen gefalteten Servietten, keine Osterdeko auf dem Tisch (der Tulpenstrauss musste dem Raclette-Ofen weichen). Einzig die traditionelle Ostertorte mit Reis habe ich noch gebacken, allerdings habe ich vergessen, sie zu fotografieren, bevor sie gegessen wurde. Naja, vielleicht klappt's morgen, da kommen nämlich die Eltern meines Mannes und ich werde nochmals eine backen.

So, nun wünsche ich allen da draussen in der Bloggerwelt schöne Ostern!


Falls jemand nicht weiss, wie man die Eier mit Kräutern verziert, hier eine kurze Beschreibung:

Material:
- Man braucht dazu alte oder kaputte feine Damenstrümpfe, wer keine hat kann auch neue billige kaufen, aber sauber sollten sie sein. Man schneidet davon Stücke die etwa 14 cm breit und 12 cm hoch sein sollten. 
- Ausserdem benötigt man reissfesten, sehr starken Faden oder eine dünne Schnur zum Abbinden.
- Und eine ausreichende Menge an Kräutern und Blumen. Hornveilchen, Kleeblätter, junger Löwenzahn, Spitzwegerich, Kamille, glatte Petersilie, kleinere Blüten und junges Laub von Primeln... Wichtig: klar erkennbare Formen oder eine interessante Blattstruktur. Am besten Pflanzen, die sich nicht gerade durch eine hohe Giftigkeit auszeichnen. :-)
- Dazu kommt noch die gewünschte Eierfarbe. In Drogerien und Warenhäusern findet sich ein breites Spektrum, für diese Technik eignen sich m.E. nur solche Farben, in denen die Eier auch gleich hartgekocht werden. Die besten Resultate haben wir jeweils mit kräftigen Farben erzielt, also mit gut dosiertem Blauholz, Rotholz, Cochenille oder den Zwiebelschalen, die wir jeweils das Jahr hindurch sammeln. Da viele Pflanzen selbst beim Kochen gelblich abfärben, würde ich keine gelbe Farbe verwenden.
- Eierkartons, Schere, eine stumpfe feine Nähnadel und eine Schale mit etwas Wasser
- Last but not least: Eier. Wir nehmen nicht zu grosse, da kleinere Eier in der Regel etwas stabilere Schalen haben und während des Kochens weniger schnell zerspringen.

Wichtig: für diese Technik braucht es mindestens 2 Personen, d.h. jemand muss dem andern stets helfen beim Zubinden der "Kräuterwickel". Bei uns hat es sich so eingebürgert, dass die Frauen dekorieren, die Männer abbinden und zwischendurch Männergespräche führen, Kinder betreuen, etc.

Optional kann man sich noch mit guter Musik und etwas zu Trinken eindecken.

Vorbereitungen:
Die Kräuter spätestens 30 Minuten vor der Arbeit sammeln. Sind sie ganz frisch, sind sie je nach Art manchmal etwas sperrig. Die Eier eventuell vor dem Dekorieren mit etwas Spülwasser säubern (befreit von Verschmutzungen und Fett, die Farbe wird manchmal besser angenommen). 
Strumpf-Stücke und Bindefäden in ausreichender Menge in der nötigen Grösse zuschneiden. Fäden nicht zu kurz!

Farbsud aufsetzen und und gemäss Anleitung des Herstellers aufkochen lassen. Die meisten Farben müssen vor dem ersten Färbedurchgang einmal aufgekocht werden. Während die Deko auf den Eiern angebracht wird, hat die Farbe Zeit, draussen auf dem Balkon abzukühlen, da das Farbbad nicht mehr zu warm sein darf, wenn man die Eier zum Färben hineingibt, sonst zerspringen sie.

Ausführung:
Man legt die Kräuter und Blüten wie gewünscht, nach Geschmack und Lust und Laune auf die Eier und drückt sie sanft etwas an. Es kann helfen, die Eier mit etwas Wasser anzufeuchten. Die Kräuter müssen dabei möglichst flach und glatt auf dem Ei liegen. Zudem sollte man nicht zu viele Kräuter dabei verwenden, da sonst nach dem Färben die Motive nicht mehr erkennbar sind. Mit der Zeit erkennt man, welche Pflanzen sich dafür besser eignen. Einige haften fast von selbst auf der Eierschale.
Das Ei mit den Kräutern vorsichtig auf das vorbereitete Strumpfstück legen. Eventuell muss man einzelne Kräuter nochmals platzieren. Danach den Strumpf vorsichtig um das Ei wickeln, so dass die Enden gut überlappen. Danach am einen Ende des Eis den überstehenden Strumpf fassen und leicht zu einem Zipfel drehen. Die zweite Person muss diesen Zipfel fest abbinden, während die erste ihn gut festhält. Danach mit dem andern Zipfel gleich verfahren. Man muss darauf achten, dass die Kräuter durch das Anziehen des Strumpfes nicht zu sehr verrutschen. Wichtig ist, dass das Strumpfgewebe sehr satt am Ei sitzt und die beiden Zipfel straff abgebunden werden. Kleine Korrekturen an leicht verrutschten Kräutern kann man mit der Wollnadel vornehmen, die man vorsichtig durch den Strumpf führt und dann unter die betreffende Blume zB.

Wem das jetzt zu kompliziert klingt - Übung macht den Meister. Am besten mit wenig Deko beginnen, bis man ein Gefühl für die Technik entwickelt hat und dafür, was gute Resultate erzielt. 

Die fertig verzierten Eier in die bereitgestellten Eierkartons stellen. Danach in die bereits vorbereitete und abgekühlte Farbe legen, so dass alle Eier vom Farbsud bedeckt sind. Nicht zu viele Eier auf einmal färben!
Die Eier nach Wunsch hartkochen und in sehr kaltem Wasser für einige Minuten abschrecken. Danach vorsichtig das Strumpfgewebe aufschneiden, allfällige Kräuterreste sanft wegputzen und Eier zum Trocknen in Eierkartons stellen.
Nach Belieben kann man die Eier mit den Händen mit etwas Speiseöl einreiben, das verleiht ihnen einen schönen Glanz.

Je nachdem wie gut die Eier gekocht sind, müssen sie mehr oder weniger kühl gelagert und bald verzehrt werden.

Viel Spass!

Kommentare:

  1. Liebe Frau Button
    Da wart ihr ja megafleissig. Die Eier sind wunder-wunderschön. Ich hab das, glaub ich, nur einmal mit meiner Schwester zusammen gemacht. Ich hab echt kein Händchen und keine Geduld mit den feinen Gräslein. Dafür bewundere ich eure schönen Eier umsomehr. Ich wünsche euch ein entspanntes und gemütliches Osterfest, und den kränkelnden Leutchen gute Besserung.
    Ganz liebi Grüessli
    Moni

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  2. Oh ja, ich finde auch, dass es was ganz Besonderes ist, Traditionen in der Familie weiterzugeben. :o)

    Liebe Grüße
    Tine

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