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Freitag, 17. August 2018

Babelina & Button verabschiedet sich

Immer wieder bekomme ich Rückmeldungen, ob ich denn noch nähe, weil mein Blog nun schon seit mehr als 2 Jahren etwas brachliegt. Ja, ich nähe noch, und eigentlich sogar mehr denn je zuvor. Nur eben anders. Um hier aber alle interessiert vorbeischauenden Besucher zu informieren, melde ich mich nun doch nochmals.
Fast 9 Jahre hat Babelina & Button mich begleitet, war ein mal mehr, mal weniger bedeutender Bestandteil meines Lebens. Geboren wurde dieses "Kind" aus zweierlei Gründen: einerseits finde ich bis heute viele kommerziell gefertigte Kindersachen, egal ob für grössere oder ganz kleine Kinder, schlichtweg erbärmlich schlecht gemacht, lieblos, in fragwürdiger Qualität, oder nicht meinem Geschmack oder Anforderungen entsprechend, zum andern war und ist bis heute das Nähen und Kreativ-Sein unverzichtbar für mich. Ein Tag ohne Nähen oder zumindest ohne mich mit Stoffen, Schnitten und dergleichen befasst zu haben ist fast ein verlorener Tag.
Meine Kinder sind mittlerweile 9 und 6 Jahre alt und gehen zur Schule, und auch ich persönlich habe mich verändert. Ich nähe heute einen Grossteil meiner Kleider selbst, weil ich auch für mich ab der Stange wenig finde, das meinem Geschmack entspricht. Ich habe nebst meiner Familie einen grossen Garten und noch andere Interessen. Zudem habe ich nebst den vielen positiven Ergebnissen halt immer wieder erleben müssen, dass viele potentielle Kundinnen nicht nachvollziehen können, was den Wert eines von mir hergestellten Artikels ausmacht (im Geiste zieht man doch gern den Vergleich mit Billig-Massenware aus Fernost), oder die bei Bestellungen nicht verstehen konnten, dass ich keine Fabrik im Keller habe und nicht schon am nächsten Tag den fertigen Artikel liefern kann. Und auch wenn die guten Erfahrungen bei Weitem überwiegen, bis heute, so merke ich halt doch, dass ich mich gewissen Sachen nicht mehr aussetzen mag. Zudem gibt es heute so viele "Näh-Muttis" mit Overlock und Stickmaschine, da werden massenhaft Pumphosen, Halssocken und Beanies produziert, und entsprechend sinken auch die Preise, weil ja alle - um jeden Preis buchstäblich - verkaufen wollen. Nischenprodukte wie aufwändig und in liebevoller Handarbeit hergestellte Spieluhren verkaufen sich eben auch nicht in grosser Menge, und so stellt sich bei mir öfters die Frage, ob sich der ganze Aufwand noch lohnt. Finanziell war es ja ohnehin immer nur ein Hobby, aber auch das muss ordentlich betrieben werden und verlangt nach einem gewissen Mindesteinsatz.

Ich habe immer wieder darüber nachgedacht, wie es weiter gehen soll. Viele Leute haben gesagt, ach, mach doch weiter, und so habe ich bis auf eine oder zwei Ausnahmen jedes Jahr ein oder zwei Weihnachtsmärkte absolviert und fleissig Visitenkarten verteilt, um Kunden zu gewinnen. Ich habe sogar neue Labels bestellt, um mich selbst zum Weitermachen zu motivieren. Aber nach einem sehr unschönen persönlichen Erlebnis letzte Weihnachten habe ich auch in andern Belangen vieles sehr hinterfragt, und so bin ich diese Tage zum Schluss gekommen, Babelina & Button zugunsten anderer Projekte und vor allem um meiner selbst Willen nach und nach gehen zu lassen. Es wird kein Schluss von heute auf morgen sein, ich werde sicher noch den eine oder andern Markt besuchen, schliesslich habe ich noch ein grosses Stofflager, das ich etwas reduzieren möchte. Ich werde aber keine Aufträge mehr annehmen. Ansonsten aber werde ich nach und nach abbauen. Natürlich werde ich auch weiterhin meine eigenen Kinder und die von lieben Freunden benähen, und vor allem nähe ich auch für mich. Langfristig möchte ich mich auch wieder meiner früheren Leidenschaft, die ich vor allem wegen der Kinder etwas auf Eise gelegt hatte, zuwenden: dem Entwerfen und Anfertigen von meinen Künstler-Teddybären.
Es war mir eine grosse Freude, dass ich so viele Kinder mit Kleidern oder Accessoires von mir ausstatten durfte, dass sicher nicht wenige Kinder mit meinen Spieluhren ihre ersten Lebensjahre in den Schlaf begleitet wurden oder mit meinen Taschen in den Kindergarten gestartet sind. Einige nette Bekanntschaften, die bis heute anhalten, sind aus meiner Tätigkeit entstanden, auch wenn aus den kleinen Mädchen von damals schon junge Damen geworden sind. Und wer weiss, vielleicht haben einige junge Familien aus zweiter Hand ein Shirt oder ein Höschen mit meinem Label und haben Freude daran - dann freue auch ich mich, dass meine Sachen weitergereicht werden und lange halten.

All den lieben Kundinnen und Kunden, die bei mir Artikel in Auftrag gegeben haben, ohne immer so exakt zu wissen, wie die Sachen letztlich ausfallen, danke ich für ihr Vertrauen in meine Kreativität. Allen die mich jedes Jahr, teilweise von weit her, an meinen Weihnachtsmärkten besucht haben, nur um wieder etwas Neues in grösser zu kaufen, danke ich von Herzen für ihre Treue, und auch allen andern, dass sie bereit waren, spontan etwas zu kaufen und einer komplett Unbekannten einen kleinen Zustupf zu verschaffen. Ich hatte so viele wunderbare Begegnungen, und obwohl ich als introvertierte Person sehr unter sozialer Phobie leide, habe ich die Stunden am Marktstand immer genossen und etwas dabei gelernt - auch wenn mir in gewissen Jahren fast die Füsse abfroren.
Ein spezieller Dank geht auch an meinen Mann, der mich in all den Jahren mit viel Geduld und grossem Einsatz unterstützt hat. Er hat mir stets Freiraum verschafft, um Nähen zu können, hat Stoffbeigen, Schnittmuster und Kisten mit Material überall toleriert, hat Kinder gehütet und bekocht und Marktstände auf- und abgebaut, und wahrscheinlich vieles mehr, das gewiss nicht selbstverständlich war.

Ich werde dieses Jahr ohne vorab dafür zu werben sicher noch am Markt teilnehmen, aber alles Weitere steht noch in den Sternen.

Nochmals ein riesiges Dankeschön an Euch alle!

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Babelina & Button am Weihnachtsmarkt Neerach



Wenn ich meinen Blog besuche, befällt mich ein schlechtes Gewissen... Seit über einem Jahr habe ich nichts mehr gepostet. Dass überhaupt noch Lesende vorbeischauen, wundert mich - und erfüllt mich zugleich mit Dankbarkeit.

Es ist ruhig gewesen bei Babelina & Button dieses Jahr, zu ruhig, aber es gab so viele Sachen, die mindestens ebenso wichtig waren. Mit den Kindern fliegt die Zeit ohnehin nur so. Etliche gesundheitliche und familiäre "Zwischenfälle". Der Garten, das Zuhause. Zwei Kinder geben auch deutlich mehr zu tun als eines, zumal der kleine Mann ein wilder Kerl ist und mich derzeit sehr fordert. Zwischendurch mal auch ein ganz tiefes Motivationsloch, wo ich mich fragte, ob ich mit B&B weitermachen soll. Es gibt ja so viele Nähmuttis die mit mehr oder weniger Kreativität und Begabung ihre genähten Sachen an den Mann und die Frau bringen wollen. Braucht es da auch noch mich?

Aber was mache ich dann mit den vielen Labels?

Dann bekomme ich wieder Komplimente und Feedbacks zu meinen Sachen, seien es die Geschenke für andere Kinder oder die Sachen meiner eigenen Sprösslinge, die offenbar doch auffallen und Freude bereiten. Gelegentlich dann die Frage, ob ich das auch verkaufe, warum ich keinen Online-Shop hätte etc. Ich habe einen Shop, den ich aus Zeitmangel - siehe oben - und weil die Plattform so unhandlich ist, kaum pflege, und weil ich die Unpersönlichkeit des Mediums als sehr unfreundlich empfinde. Ich bin nach alter Schule erzogen worden, und auch wenn es ja so bequem ist, sich nahezu anonym hinter einem "Account" zu verstecken, so schreibe ich meinen Kunden jeweils immer eine persönliche Nachricht nach dem Kauf, um mich zu bedanken. In der Regel erhalte ich keine Antwort, was mich bis heute noch immer enorm irritiert.
Ich kaufe oft Dinge die mit meiner grössten Leidenschaft zu tun haben, im Ausland. Und bedanke mich jedes mal, wenn die Einkäufe eintreffen. Und es bestätigt mich in meiner Haltung, wenn ich erlebe, wie alle Verkäufer jeweils sehr dankbar sind und meine Mitteilung schätzen. (Wer mag darf meinen andern Blog besuchen. Ja, ich bin eine dieser seltsamen Personen die mit altmodischen Kleidern rumlaufen... :-) )
Meine Ansicht mag ebenso veraltet sein, aber ich schätze gewisse Umgangsformen und ein bisschen persönlichen Kontakt. Aus etlichen solcher online Einkäufe im Ausland sind mittlerweile nette persönliche Bekanntschaften entstanden. Insofern mag dies auch erklären, weshalb ich Babelina & Button beinahe an den Nagel hängen wollte. Und warum ich es dann doch nicht tat.

Denn: Schon ist wieder Herbst und man macht Pläne für die bevorstehende Adventszeit. Und dann kommen die Einladungen zur Teilnahem an all den Weihnachtsmärkten in meiner Region. Und ich denke an all die tollen Begegnungen am Verkaufsstand, mit neuen und Stammkunden. Die Besuche von Freunden und Familie. Und dann denke ich, dass genau für diese schönen Momente, wo ein mit Liebe angefertigtes Stück aus meiner Werkstatt über den Tisch geht und jemand anderem Freude bereitet. Am schönsten ist es immer, wenn Kinder sich etwas aussuchen dürfen und mit glänzenden Augen sehen, wie die Eltern ein neues Shirt oder etwas anderes in ihre Tasche packen.

Deshalb: Ja, dieses Jahr nach dem gesundheitlich bedingten Totalausfall vom letzten Jahr ist Babelina & Button wieder im Einsatz!
Gerne wäre ich endlich wieder auch in Dielsdorf mit dabei gewesen, aber meine Gesundheit hat mir erneut übel mitgespielt (ich huste seit 5 Wochen), und ein zweitägiger Einsatz als "one-woman-show" wäre mir zu viel geworden. (Zumal ich ja alles selber entwerfe, anfertige, organisiere etc... und ich mein Sortiment nicht mit zugekaufter Import-Ware "auffüllen" kann.)
Umso mehr freue ich mich auf meine Teilnahme am kleinen, feinen Neeracher Weihnachtsmarkt hier bei uns im Dorf. Dieser Anlass ist mir mittlerweile ganz besonders wichtig, da wir viele Menschen hier kennen und ich mich so über die vielen netten Besuche am Stand freue. Und wo sonst fragt die Organisatorin einen persönlich nochmals an, ob man denn auch bitte dieses Jahr wieder komme. 

Wer die freundliche Atmosphäre dieses Marktes geniessen möchte, kann sich anschliessend auch bei einem Spaziergang im Neeracher Ried die Beine vertreten. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt, und abends kommt der Samichlaus. Natürlich wird es auch wieder viel Farbenfrohes aus meiner "Produktion" zu sehen (und kaufen) geben. Und es sind auch zwei neue Mützenmodelle mit dabei! Ich muss noch ein wenig an die Nähmaschine sitzen, denn ich habe in den vergangenen Monaten mehr für mich und die Kinder genäht.
Dieses Jahr werde ich übrigens zeitweise unterstützt von meiner Tochter, die sich freut, mit Mami am Stand verkaufen zu dürfen.

Sonntag, 29. November 2015, Dorfzentrum Neerach / Rund um den Gasthof "Zum Wilden Mann"
Steinmaurstrasse
8173 Neerach
14-19h
(Achtung, der Dorfkern ist teilweise gesperrt)
Ich freue mich, wenn Ihr vorbeischaut!

Mittwoch, 13. November 2013

Lebenszeichen und Weihnachtsmarkt-Infos

Lange war es still hier, viel zu lange... Dafür gab es natürlich Gründe.

Zum einen wollte ich mich vermehrt auf meine Kinder konzentrieren. Ich wollte deshalb auch bewusst etwas kürzer treten und auch nur in Ausnahmefällen Aufträge annehmen. Zum andern hatte ich immer ordentlich zu tun mit unserm Garten, was mit zwei kleinen Rackern nicht ganz einfach ist. Und ich habe fleissig Marmelade gekocht und Sirup, so dass wir nun wieder gut versorgt sind mit Eingemachtem aus eigener Produktion.
Daneben hat mir das Jahr 2013 etwas übel mitgespielt. Im Mai erlitt ich einen Bänderriss am Fussgelenk, Ende August brach ich mir am andern Fuss den kleinen Zeh, und vor ein paar Tagen stürzte ich schwer über des Schaukelpferd, das Tochterkind etwas ungünstig platziert hatte - gleich vor dem Eingang zum Badezimmer, was mir bei meinem immer etwas erhöhten Tempo zum Verhängnis wurde. Fussverletzung Nr. 3 also... (Zum Glück links, so dass die Betätigung des Pedals meiner Nähmaschine nicht beeinträchtigt wird.) Zwischendurch hatte auch meine Mutter einen schweren Unfall, wodurch ich weniger oft meine Grosse auf einen Nachmittag zu ihr schicken konnte, da die Wunde nur schwer heilte und so vieles einfach verunmöglichte.
Zwischendurch fehlte mir auch die Energie zum Nähen. Es gab zwar immer wieder Bestellungen und Aufträge, aber gelegentlich gab es auch etwas Ärger mit nicht zahlenden Kunden, oder solchen, die zeitintensive Vorabklärungen für Sonderaufträge in Anspruch nahmen, ohne dann zu bestellen. Da kann die Kreativität manchmal schon auf der Strecke bleiben... Zusammen mit meiner gesundheitlichen Verfassung war das nicht gerade förderlich für meine Motivation. Es gab den einen oder andern Moment, wo ich daran dachte, "Babelina & Button" sterben zu lassen. Aber dann gab es auch Lichtblicke, Kunden die seit Jahren jeden Winter ihre Kindermützen von mit wollen, und das hat mich sehr aufgebaut.

Nun hat der Herbst Einzug gehalten, und mit aktuell sehr tiefen Temperaturen erinnert er uns an die bevorstehende Weihnachtszeit. Damit bricht auch wieder die Saison für Weihnachtsmärkte an. Dieses Jahr werde ich wieder an zwei Anlässen teilnehmen.

Rund um das Gasthaus "Zum Wilden Mann" findet der Markt statt. (Quelle)

Am Sonntag Nachmittag, 1. Dezember 2013, findet in Neerach ein kleiner Weihnachtsmarkt statt, wo ich mit meinem Stand dabei sein werde. Der Markt ist zwar eher klein, findet aber im Dorfkern statt, umgeben von alten Häusern, es gibt allerlei zu Essen und man kann es ganz gemütlich nehmen. Wer schon mit dem Flugzeug im Flughafen Zürich-Kloten gelandet ist - Neerach ist eines jener Dörfer, die in der Landeschneise liegen und die man gut von oben sieht - ein Grund, sich den Ort auch mal aus anderer Perspektive anzusehen. Man kann den markt gut mit einem Spaziergang durch das Neeracher Ried verbinden, unserm Naturschutzgebiet.

Quelle
Das Dorf ist zwar klein, aber es ist schön hier und mein Zuhause. Für mich ist es immer besonders toll, Bekannte aus dem Dorf am Weihnachtsmarkt zu treffen. Ich hoffe, ich werde wieder so eine schöne Zeit haben wie letztes Jahr.

Mein erster Stand - Weihnachtsmarkt Dielsdorf 2010 (Quelle).
Am darauf folgenden Wochenende, 7. und 8. Dezember 2013,  werde ich mit meinen Sachen am Weihnachtsmarkt Dielsdorf vertreten sein. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass dieser Markt ständig wächst, aber mich freut vor allem, wenn Kunden vom Vorjahr wieder kommen und mir damit zu verstehen geben, dass sie mit meinen Produkten zufrieden waren.

Weil ich länger nicht sehr viel genäht hatte, stellte ich mitten in der Markt-Produktion fest, dass meine Web-Etiketten mit meinem Label langsam ausgingen. So musste ich dringen neue bestellen, und zwar bei einem Anbieter, der schnell liefern konnte. Ich wurde fündig und erlebte eine positive Überraschung, da die neuen sogar noch schöner sind. Neu ist auch der Knopf im Logo nicht mehr grün, sondern rot. Ich hoffe, sie gefallen Euch! Ich kann es kaum erwarten, sie aufzunähen!



Es würde mich sehr freuen, die einen oder andern von Euch an einem der beiden Anlässe zu sehen! 

Samstag, 30. März 2013

Vom Ostereier-Färben

Kennt Ihr das manchmal auch? Da macht man jede Menge Pläne für Ostern, und alles kommt schliesslich ganz anders.

Die Eier gemeinsam zu färben gehört in unserer Familie zur Tradition. Seit mein Mann auch zur Familie gehört, hilft er jeweils auch fleissig mit, und anschliessend an das meist am Karfreitag stattfindende kreative Zusammensein folgt dann jeweils noch ein gemeinsames gemütliches Abendessen. Seit die Kinder da sind machen wir das bei uns, so dass der Nachwuchs dann abends in die Betten verstaut wird und die Grossen noch entspannt zusammensitzen können.

Der hartnäckig nicht scheiden wollende Winter beschert uns ebenso hartnäckig regelmässige Erkrankungen, vorwiegend  den Kindern, zwischendurch auch mal den Erwachsenen. So kam es, dass mein Sohn und mein Mann ziemlich angeschlagen waren, meine Mutter ebenfalls, und das grässliche Winterwetter so nicht recht zur Osterlaune beitragen mochte. Dennoch haben wir etwas mehr als 40 Eier gefärbt, die meisten liebevoll mit Blumen und Kräutern aus unsern Gärten zuvor dekoriert. (Die Auswahl an geeigneten Pflanzen war allerdings in Folge der anhaltend tiefen Temperaturen etwas spärlich...) Das einzig gute an dem saukalten miesen Wetter ist, dass die Farbsude zwischendurch schnell abkühlten.

Dennoch hat es uns allen Spass gemacht, während die Kinderchen schliefen zu dekorieren, um dann am Nachmittag zusammen mit dem Tochterkind alles schön zu kochen und zu färben. Dieses Jahr haben wir uns vorwiegend an Rot- und Brauntöne gehalten, Rotholz, Cochenille, Zwiebelschalen und orange Lebensmittelfarbe (auf Wunsch meiner Tochter).

Das Staunen und die Spannung, wenn sich aus den aufgeschnittenen Stücken alter Damenstrümpfe und nach dem abschaben der zerkochten Kräuter wunderschöne kleine Kunstwerke herausschälten, erinnerte mich an meine Eierfärbnachmittage als Kind. Ist es nicht schön, Traditionen innerhalb der Familie weitergeben zu dürfen?


Leider sind dafür alle andern Osterideen auf der Strecke geblieben. Keine zu Häschen gefalteten Servietten, keine Osterdeko auf dem Tisch (der Tulpenstrauss musste dem Raclette-Ofen weichen). Einzig die traditionelle Ostertorte mit Reis habe ich noch gebacken, allerdings habe ich vergessen, sie zu fotografieren, bevor sie gegessen wurde. Naja, vielleicht klappt's morgen, da kommen nämlich die Eltern meines Mannes und ich werde nochmals eine backen.

So, nun wünsche ich allen da draussen in der Bloggerwelt schöne Ostern!


Falls jemand nicht weiss, wie man die Eier mit Kräutern verziert, hier eine kurze Beschreibung:

Material:
- Man braucht dazu alte oder kaputte feine Damenstrümpfe, wer keine hat kann auch neue billige kaufen, aber sauber sollten sie sein. Man schneidet davon Stücke die etwa 14 cm breit und 12 cm hoch sein sollten. 
- Ausserdem benötigt man reissfesten, sehr starken Faden oder eine dünne Schnur zum Abbinden.
- Und eine ausreichende Menge an Kräutern und Blumen. Hornveilchen, Kleeblätter, junger Löwenzahn, Spitzwegerich, Kamille, glatte Petersilie, kleinere Blüten und junges Laub von Primeln... Wichtig: klar erkennbare Formen oder eine interessante Blattstruktur. Am besten Pflanzen, die sich nicht gerade durch eine hohe Giftigkeit auszeichnen. :-)
- Dazu kommt noch die gewünschte Eierfarbe. In Drogerien und Warenhäusern findet sich ein breites Spektrum, für diese Technik eignen sich m.E. nur solche Farben, in denen die Eier auch gleich hartgekocht werden. Die besten Resultate haben wir jeweils mit kräftigen Farben erzielt, also mit gut dosiertem Blauholz, Rotholz, Cochenille oder den Zwiebelschalen, die wir jeweils das Jahr hindurch sammeln. Da viele Pflanzen selbst beim Kochen gelblich abfärben, würde ich keine gelbe Farbe verwenden.
- Eierkartons, Schere, eine stumpfe feine Nähnadel und eine Schale mit etwas Wasser
- Last but not least: Eier. Wir nehmen nicht zu grosse, da kleinere Eier in der Regel etwas stabilere Schalen haben und während des Kochens weniger schnell zerspringen.

Wichtig: für diese Technik braucht es mindestens 2 Personen, d.h. jemand muss dem andern stets helfen beim Zubinden der "Kräuterwickel". Bei uns hat es sich so eingebürgert, dass die Frauen dekorieren, die Männer abbinden und zwischendurch Männergespräche führen, Kinder betreuen, etc.

Optional kann man sich noch mit guter Musik und etwas zu Trinken eindecken.

Vorbereitungen:
Die Kräuter spätestens 30 Minuten vor der Arbeit sammeln. Sind sie ganz frisch, sind sie je nach Art manchmal etwas sperrig. Die Eier eventuell vor dem Dekorieren mit etwas Spülwasser säubern (befreit von Verschmutzungen und Fett, die Farbe wird manchmal besser angenommen). 
Strumpf-Stücke und Bindefäden in ausreichender Menge in der nötigen Grösse zuschneiden. Fäden nicht zu kurz!

Farbsud aufsetzen und und gemäss Anleitung des Herstellers aufkochen lassen. Die meisten Farben müssen vor dem ersten Färbedurchgang einmal aufgekocht werden. Während die Deko auf den Eiern angebracht wird, hat die Farbe Zeit, draussen auf dem Balkon abzukühlen, da das Farbbad nicht mehr zu warm sein darf, wenn man die Eier zum Färben hineingibt, sonst zerspringen sie.

Ausführung:
Man legt die Kräuter und Blüten wie gewünscht, nach Geschmack und Lust und Laune auf die Eier und drückt sie sanft etwas an. Es kann helfen, die Eier mit etwas Wasser anzufeuchten. Die Kräuter müssen dabei möglichst flach und glatt auf dem Ei liegen. Zudem sollte man nicht zu viele Kräuter dabei verwenden, da sonst nach dem Färben die Motive nicht mehr erkennbar sind. Mit der Zeit erkennt man, welche Pflanzen sich dafür besser eignen. Einige haften fast von selbst auf der Eierschale.
Das Ei mit den Kräutern vorsichtig auf das vorbereitete Strumpfstück legen. Eventuell muss man einzelne Kräuter nochmals platzieren. Danach den Strumpf vorsichtig um das Ei wickeln, so dass die Enden gut überlappen. Danach am einen Ende des Eis den überstehenden Strumpf fassen und leicht zu einem Zipfel drehen. Die zweite Person muss diesen Zipfel fest abbinden, während die erste ihn gut festhält. Danach mit dem andern Zipfel gleich verfahren. Man muss darauf achten, dass die Kräuter durch das Anziehen des Strumpfes nicht zu sehr verrutschen. Wichtig ist, dass das Strumpfgewebe sehr satt am Ei sitzt und die beiden Zipfel straff abgebunden werden. Kleine Korrekturen an leicht verrutschten Kräutern kann man mit der Wollnadel vornehmen, die man vorsichtig durch den Strumpf führt und dann unter die betreffende Blume zB.

Wem das jetzt zu kompliziert klingt - Übung macht den Meister. Am besten mit wenig Deko beginnen, bis man ein Gefühl für die Technik entwickelt hat und dafür, was gute Resultate erzielt. 

Die fertig verzierten Eier in die bereitgestellten Eierkartons stellen. Danach in die bereits vorbereitete und abgekühlte Farbe legen, so dass alle Eier vom Farbsud bedeckt sind. Nicht zu viele Eier auf einmal färben!
Die Eier nach Wunsch hartkochen und in sehr kaltem Wasser für einige Minuten abschrecken. Danach vorsichtig das Strumpfgewebe aufschneiden, allfällige Kräuterreste sanft wegputzen und Eier zum Trocknen in Eierkartons stellen.
Nach Belieben kann man die Eier mit den Händen mit etwas Speiseöl einreiben, das verleiht ihnen einen schönen Glanz.

Je nachdem wie gut die Eier gekocht sind, müssen sie mehr oder weniger kühl gelagert und bald verzehrt werden.

Viel Spass!

Dienstag, 12. März 2013

Keine Angst vor "Vintage Patterns"


Der Kommentar zu meinem letzten Post von der lieben Madame Ahuefa hat bei mir gerade ganz viele Gedankengänge ausgelöst, die ich hier als eine Art Nachtrag posten möchte. Für alle Näherinnen, die vielleicht auch schon mal mit dem Gedanken gespielt haben, so ein spezielles altes Modell nachzuarbeiten.

Von vielen Frauen höre ich oft, dass ihnen Vintage-Schnittmuster eigentlich gefallen würden, aber dass ihnen die Modelle "nicht stehen".
Warum eigentlich nicht? Sicher, die Modellskizzen auf den Umschlägen sind frustrierend. Eine solche Taille hatte ich nicht mal in meinen besten Jahren, geschweige denn nach zwei Geburten. Aber generell sehen die damaligen Modelle immer noch fraulicher und normaler aus als die anorexie-geplagten Supermodels von heute. Und damals waren ja bei weitem nicht alle Frauen schlank und rank! Natürlich muss man bei gewissen Modellen gut überlegen und viel messen, um sicherzustellen, dass nachher alles sitzt. Man muss auch seine Körperformen und die "kritischen Stellen" etwas kennen. Das sollte uns aber nicht abhalten, Vintage-Schnitten eine Chance zu geben! Dieser Stil wurde ja von allen Frauen getragen, grossen, kleinen, schlanken, molligen, jüngeren und älteren. Vielleicht nicht jedes Modell, aber das ist heute ja nicht anders.

Ich denke, der Vintage-Stil würde jeder Frau stehen, es ist natürlich nur die Frage, ob man sich damit wohlfühlt oder eher "verkleidet". Ich habe aber von vielen Frauen schon gehört, sie kämen sich dann sehr viel "weiblicher" und stilvoller vor als halt einfach in Jeans und Shirt oder einem 08/15 Rock von der Stange. Was ich voll bestätigen kann. Die Frauen sahen damals einfach alle viel "eleganter" aus. Man legte nicht nur viel mehr Wert auf Verarbeitung und Stoffqualität, sondern generell auf einen gewissen Grad an Gepflegtheit. Ungekämmte Haare oder schlampige Hochsteckfrisuren - Fehlanzeige. Unbestrumpfte Frauenbeine waren ausserhalb vom Strand ein No-Go. Eine Frau ohne richtige Unterwäsche (BH!) - undenkbar. Das gehört einfach zum "Gesamtpaket" Vintage.
Man vergleiche dieses Bild mit dem Anblick, der sich einem heutzutage an einem Strand oder in einem Freibad bietet.

Quelle: Emilie's daughter

Solche Bilder mögen heute vielleicht etwas bieder wirken. Aber wenn ich an das denke, was sich meinem Auge heute manchmal am Strand oder im Freibad darbietet, packt mich das nackte Grausen. Und obwohl die Damen damals weit mehr Stoff auf sich trugen, waren sie ja noch lange nicht unattraktiv. (Von einer solchen Figur kann ich nur träumen... Und erst die prefekten Frisuren. Wie aus dem Ei gepellt.) Gelegentlich wünsche ich mir, dass heute die weiblichen Badenden (und auch die männlichen) sich wieder etwas mehr bedecken würden. "Il vaut miex faire envie que faire pitié", wie die Franzosen sagen.

Gewiss, ein Argument ist der etwas grössere Aufwand. Das Nähen nach Vintage-Schnitten ist allerdings etwas anspruchsvoller als nach heutigen. Manche Frauen nähen heute fast nur Jersey, weil es dort auf Genauigkeit und Passform nicht so ankommt. Jersey verzeiht einem Vieles. Das ist eigentlich schade, denn so geben sich viele Näherinnen nicht mehr so Mühe, exakt zu arbeiten. Ich habe leider schon solche traurigen Resultate gesehen, bei denen es nur noch schade um den Stoff war. Vintage-Nähen braucht in der Regel einfach etwas mehr Zeit und Geduld. Und Können. Man muss bei Vintage-Kleidern genau arbeiten, v.a. weil sie oft aus nicht-dehnbaren Stoffen sind. Und bevor man richtig loslegen kann, sind heute oft viele Anpassungen nötig. Früher waren die Frauen etwas anders gebaut, zB eine schmälere Taille, kürzerer Oberkörper etc. Manchmal lohnt es sich auch, bei komplizierteren Schnitten ein Probeexemplar aus einem "billigen" Stoff zu nähen und dort allfällige Änderungen zu testen, bevor man dann einen besseren und teureren Stoff verarbeitet. (Bei meinem Hochzeitskleid habe ich zur Strafe dann das Oberteil zweimal zuschneiden müssen, weil ich mich nicht an diese Empfehlung halten wollte....)
Ein grosses Vorbild ist zum Beispiel Julia von Sewing Galaxy - sie näht alle Modelle einfach perfekt! Aber auch wenn jemand nicht diese Genauigkeit hat oder so viel Aufwand betreiben will, mit etwas gutem Willen und Bereitschaft zu etwas mehr Aufwand ist es keine Hexerei. :-) Und zugegeben - eine verstellbare Schneiderbüste hilft dabei sehr!

Natürlich empfiehlt es sich, als Einstieg in die Vintage-Welt ein etwas einfacheres Modell nachzuarbeiten. Auch damals gab es als besonders einfach propagierte Schnitte. Bei dem hier gezeigten Exemplar handelt es sich übrigens um eine "Neuausgabe" des damals sehr beliebten und berühmten "Walk Away Dress" von 1952, Butterick 4790. Dieser Schnitt aus den 50ern wurde auf heutige Masse angepasst und neu herausgegeben - mit dem Original-Cover natürlich. Der "Walk Away Dress" hiess deshalb so, weil er gemäss Werbung nach dem Frühstück begonnen werden konnte und man mit ihm zum Lunch bereits aus dem haus konnte. Allerdings wage ich zu bezweifeln, dass dies bei der durchschnittlichen Näherin der Fall war, aber dennoch ist es ein einfacher Klassiker, der relativ schnell zu einem erfreulichen Resultat führt. Und das Kleid ist sicher auch ohne Petticoat ein Hingucker.



Diese Reproduktion eines Modells von 1947, ebenfalls von Butterick, ist auch heute als Sommerkleid durchaus tragbar und wirkt alles andere als antiquiert!





Ich denke aber, dass früher die Fertigkeiten der Näherinnen allgemein besser waren. Bei der Ausbildung junger Frauen legte man noch Wert darauf, heute können ja viele Mütter nicht mal Knöpfe an der Kleidung ihrer Kinder annähen... Andrerseits haben heute zwar viele Frauen eine voll ausgestattete Nähmaschine oder sogar eine Overlock, was aber nicht heisst, dass sie auch wirklich eine Ahnung vom Nähen haben. Ich verurteile das aber nicht, schliesslich ist es toll, dass überhaupt genäht wird. Und ich möchte auch keineswegs behaupten, dass ich eine herausragend gute Näherin bin. einzelne Sachen kommen nur unter viel Gefluche zustande, und mir geht manchmal auch gewaltig etwas in die Hose.

Man sich kann ja langsam an eine etwas weiter zurückliegende Ära herantasten. Natürlich sind gewisse Modelle aus den 40er oder 50er Jahren sehr anspruchsvoll. Deshalb würde ich zunächst einmal einen Schnitt aus den 70er oder den späteren 60er Jahren ausprobieren. Viele dieser Designs sind heute noch absolut aktuell, und mit dem richtigen Stoff ergeben sich so schon beinahe klassische Kleidungsstücke, die tragbar sind aber dennoch nicht alltäglich aussehen. Ich empfehle z.B. einen Schnitt wie dieses Wickelkleid - es verzeiht noch einige "Fehlerchen" bezüglich Passform, weil es ja nicht 100% auf die Figur geschneidert ist, und dennoch ist es ein sehr schmeichelhaftes Kleidungsstück. Und es kann der Näherin etwas die "Angst" vor der "alten" oder schon "historischen" Vorlage nehmen. Auch hier gilt jedoch: Mass nehmen!

Quelle: patterngate (Etsy)

Im Gegensatz zu heutigen Schnitten sind viele Vintage Patterns "Eingrössen-Schnitte", d.h. das Modell wurde ursprünglich in der einen passenden Grösse gekauft. Auf der Hülle steht dann jeweils nicht nur die Grösse, z.B. "Size 14", sondern auch noch der Brustumfang (z.B."Bust 32" oder so). Das ist für uns heute sehr verwirrend. Mich hält es jedoch nicht ab, ein besonders tolles Schnittmuster zu kaufen, wenn es nicht gerade eine Teenager-Grösse ist. Denn üblicherweise muss ich den Schnitt ohnehin auf meine Masse anpassen, die wiederum, wie schon erwähnt, nicht den Massen von anno dazumal entsprechen. Im Internet findet man v.a. in englisch eine Hülle von Tipps und Anleitungen, wie man Vintage Patterns vergrössern und verkleinern kann.


Normalerweise haben Vintage-Schnitte den gleichen Aufbau wie die heutigen Muster. Die meisten haben auf der Hülle nur eine Zeichnung, was ich heute aber um einiges angenehmer empfinde als ein Foto. Ich "erkenne" das Design,  den Schnitt viel besser. Auf der Rückseite sind die Materialangaben. Hier muss man umrechnen können, also von Zoll (inches) in Zentimeter. US-amerikanische Stoffe sind heute in der Regel etwa 110 Zentimeter breit, früher gab es sogar noch schmälere, auch in Europa. Europäische Stoffe, vor allem heutige, sind breiter. Zur Sicherheit für den Stoffkauf die Schnitt-Teile auslegen.

Gewisse Schnitte aus früheren Zeiten sind, je nach Hersteller, aus unbedrucktem Papier. Markierungen für Abnäher etc. sind eingeknipst oder gelocht. Und in der Regel lag auch schon damals dem Schnitt eine bebilderte Anleitung bei. Hier sind gute Englisch-Kenntnisse unabdingbar.






















Man ist also als Näherin nicht allein mit einem Stapel alten Schnitt-Teilen, sondern hat eine ordentliche Hilfe. Deshalb beim Kauf, wenn man nicht sehr versiert ist, immer darauf achten, dass beim Schnitt auch die Instruktionen vorhanden sind. Bei sehr günstigen Vintage-Schnitten fehlen sehr oft Schnitt-Teile oder die Näh-Anleitung.

Und dann gibt es natürlich auch jede Menge Vintage Patterns für Kinder! Sehr toll sind dort die 70er Jahre, da beispielsweise Mädchen in den 40ern und 50ern vorwiegend Kleidchen trugen, was ja nicht mehr so unseren Gepflogenheiten entspricht. Nicht denkbar, wie viel Zeit damalige Mütter mit dem Bügeln dieser Kleidchen und Blusen und Röckchen verbrachten... Aber andere Modelle sind auch heute einfach zauberhaft, wie dieser Kindermantel.


Früher war ich viel auf Flohmärkten, aber da suchte ich in erster Linie Wedgewood Porzellan oder Möbel. Dafür reicht der Platz heute nicht mehr. Und wenn ich hin und wieder doch nach anderem Aussschau hielt, fand ich dann eher weniger spannende Schnitte aus den 70ern. In Brockenhäusern habe ich bis jetzt noch nie welche gefunden. Viele meiner Vintage-Schnitte erstehe ich in den USA, entweder auf speziellen Seiten oder sonst oft über Etsy. Ich liebe Etsy! Das ist für alles eine Top-Plattform, die US-Amerikaner sind sensationell was handwerkliche Hobbies angeht. Die Suche nach schönen und passenden Schnitten ist allerdings sehr (!) zeitintensiv, weil man gerne mal munter in den Einkaufskorb packt und dann aussortieren muss. Und es ist ja ein Modell schöner als das andere. Die Qual der Wahl... Es kann sehr schnell auch ins Geld gehen, wenn man nicht vernünftig ist oder etwas ganz gezielt sucht. Zudem sind die Preise in den letzten ein, zwei Jahren deutlich angestiegen. Vergleichen lohnt sich deshalb sehr, denn es gibt manchmal ziemliche Preisunterschiede. Der Vorteil ist, dass diese Verkäufer teilweise einen unermesslichen Fundus von Schnittmustern anbieten, die sie aus Haushaltsauflösungen und Nachlässen haben. Diese Schnitte werden auch auf ihre Vollständigkeit geprüft. Ich habe noch nie schlechte Erfahrungen gemacht oder ein Muster gekauft, wo entgegen den Angaben des Verkäufers etwas gefehlt hat.

Wenn mich also jemand fragt, ob man es mit einem Vintage Pattern versuchen soll, so sage ich voller Überzeugung ja.

Montag, 11. März 2013

Kostbarkeiten von früher


Ich bin seit längerem fasziniert von alten Schnittmustern. So richtig aber gepackt hat es mich, als ich ein Modell suchte, das sich für mein Hochzeitskleid eignen würde. Ich stellte fest, dass es einen unerschöpflichen Reichtum an Designs aus vielen Jahrzehnten gibt, die leidenschaftlich gesammelt werden. Einige davon sind richtige Kostbarkeiten. (Und für einige werden unverschämt hohe Preise gefordert, die jenseits des Bezahlbaren liegen, zumindest für mich.)


Seit einiger Zeit suche ich ein ganz bestimmtes Schnittmuster. Auf dieser Suche springen mir immer wieder unzählige andere Schnitte ins Auge, die mein Herz ebenfalls höher schlagen lassen. Bei vielen sehe ich vor meinem geistigen Auge bereits den dazu passenden Stoff aus meinem nicht eben kleinen Fundus.) Und nicht bei allen kann ich nein sagen. So haben sich diese Tage ein par neue Schätzchen zu meiner winzigen Sammlung gesellt.


Ich hoffe, ich kann einige davon noch dieses Jahr realisieren. Ich gebe zu, anfangs hatte auch ich Mühe, weil viele Cover dieser Schnitte nur gezeichnet sind. Heute empfinde ich die Modellskizzen weitaus inspirierender als ein Foto. Mit dem richtigen Stoff ergeben sich so sicher bezaubernde Kleider.


Zum modischen Aspekt gesellt sich bei mir auch der historische. Oder der sentimentale. Ein Schnittmuster in den Händen zu halten, das aus den späten 40er Jahren stammt, erfüllt einen mit Ehrfurcht. Welche Dame mag das Modell wohl gekauft haben, zu welchem Anlass trug sie das daraus gefertigte Kleid? Oder blieb der Schnitt unbenutzt, jahrzehntelang, bis er nach dem Ableben der ursprünglichen Besitzerin von den Nachkommen in einer verstaubten Ecke entdeckt wurde?


Das Öffnen dieser Papiere ist stets ein spezieller Moment. Sind alle Teile vollständig? Sind sie defekt, wurden sie geflickt? Hat jemand vor vielen Jahrzehnten etwas von Hand darauf notiert? Manchmal steht noch ein Name der ursprünglichen Besitzerin auf der Hülle...


Ich bin immer wieder verzaubert von der Schönheit dieser Schnitte. Aus einer Zeit, als sogar eine triviale Kochschürze mehr Stil hatte als viele der so genannten "Designer-Kleider" von heute.

Donnerstag, 20. September 2012

Vom Schenken und vom Freudemachen



Diesmal ein kurzer Post. Dazu könnt ihr zuerst diesen Blogpost hier lesen...

Der lieben Nicci von Zwergenstoffe habe ich etwas zur Eröffnung ihres kleinen Ladens gemacht. Als ich im Januar mit meinem Sohn aus dem Spital kam nach der Geburt, hatte sie mir auch etwas Wundervoll-Praktisch-Heissersehntes geschenkt, das mich besonders berührt hat, weil es mir damals nicht so gut ging und weil wir uns in Realität zuvor noch nie begegnet waren.

Ich freue mich nämlich ungemein mit ihr, dass sie sich diesen Traum vom eigenen Geschäft erfüllen konnte. Einen passenden Glücksbringer dazu kann man immer brauchen!

Und ich freue mich, dass ich von der Freude, die sie mir damals gemacht hat, etwas zurückgeben konnte. :-)

Weil ich Huhn leider vergessen hatte, das "Werk" noch zu knipsen vor dem Schicken, müssen wir auf meine eigenen Bilder warten, bis ich dem "gefährlichen" Laden selbst einen Besuch abgestattet haben werde. Bis dahin müsst Ihr mit der "geklauten" Foto Vorliebe nehmen...

Oder Ihr könnt selbst im Laden vorbeischauen. Ich bin überzeugt, Ihr werdet nicht mit leeren Händen rauskommen. :-)

Montag, 20. August 2012

Festkleid für die grosse Schwester


Nachdem ich bereits für unsern kleinen Sohn zur Taufe einen Matrosen-Anzug genäht habe, wollte ich seine grosse Schwester passend einkleiden. Hier ist nun das Resultat...

Dazu habe ich einen Burda-Schnitt ein bisschen improvisiert vergrössert (im Original gab es das Modell nur bis 80, und sie trägt bereits 98 / 104). Der Stoff ist ein weisser gewobener Baumwoll-Piqué, der leider extrem knittert und franst, was sehr schade ist. (Ich werde mich nie mehr an Stoffempfehlungen halten sondern künftig wieder nur noch meinem "Instinkt" vertrauen...)


Genau wie beim kleinen Bruder hat es einen Matrosenkragen, die Kanten sind mit dem selben Ripsband dekoriert. Die Knöpfe sind von Hand mit dem Stoff der Hosen vom Täufling bezogen, und aus dem selben Stoffrest gab es noch eine Schärpe zum Umbinden.


Passend dazu natürlich das süsse Hütchen - und ich schätze mich einmal mehr glücklich, dass meine Tochter derzeit gerne Kopfbedeckungen und Röcklein trägt - sie wollte das Kleid fast nicht mehr ausziehen!


Der knielange dunkelblaue Rock den ich trage habe ich auch selbst genäht, ist aber nichts Spektakuläres, v.a. mit meiner Figur nicht. Er ist in schlichter A-Form, nur mit Besätzen, ohne Bund. Hinten hat er einen Reissverschluss und zwei Abnäher. Details sind die weiss eingesetzten Kellerfalten und eine weisse Paspel, die quer über die vordere mittlere Rockbahn verläuft. Blöderweise hatte ich am Abend vor der Taufe einen ganz dummen Unfall im Garten, als ich die letzten Blumen für die Gestecke sammelte, welche wir für die lange Tafel im Restaurant machten. So musste ich ein riesiges Pflaster tragen und ich wünschte mir, ich hätte mich für einen längeren Rock entschieden.

Leider hatten nur wenige Gäste Sinn für Handgemachtes oder Selbstgeschneidertes, und so gab es auch kaum nette Komplimente für meine beiden süssen Kleinen. Nicht dass ich derart auf Kompliment aus bin... Es wäre nur manchmal auch schön, wenn gewisse Leute einem auch mal etwas Nettes sagen würde. (Es ist wie mit dem Danke sagen, das auch viele Menschen verlernt haben.) Aber es hat sich dennoch gelohnt, schon allein deshalb, weil meine Mutter und mein mein Mann fanden, unsere Kinder seien wunderschön angezogen gewesen, und mein GöGa meinte, dass er sehr stolz auf mich sei. Und das ist für uns das Allerwichtigste - dass sie uns gefallen. (Und das obwohl sich wegen des vielen Nähens dafür die saubere Wäsche seit zwei Wochen stapelt und darauf wartet, versorgt zu werden...) Danke. :-)

Einmal mehr Danke an Diarmuid für das Foto von meiner Tochter und mir. You're great.

Noch ein Nachtrag: Aufgrund einiger Anfragen zeige ich hier jetzt doch noch ein Bild von meinem Röcklein, ohne Inhalt, auch wenn es nicht gerade "Haute Couture" ist und vor dem Fotografieren noch hätte gebügelt werden sollen. :-)






Dienstag, 26. Juni 2012

Happy Birthday, Bernina!


Die Bernina-Nähmaschine ist ein Schweizer Urgestein, wie der Pass, nachdem sie benannt ist. Und so ist sie aus dem Leben vieler Schweizerinnen und Schweizer nicht mehr wegzudenken. Aus Anlass ihres Jubiläums läuft derzeit ein Wettbewerb, bei dem man eine neue Bernina gewinnen kann. Zwar habe ich keinerlei Chancen auf den Hauptgewinn, bei so vielen kreativen (und gelegentlich leider auch weniger kreativen, dafür werbetechnisch besseren) Mitstreitern. Aber was zählt ist das Mitmachen! Und ich bin irgendwie schon stolz darauf, dass ih es überhaupt gewagt habe teilzunehmen...

Ich würde mich freuen, wenn Ihr einem meiner Projekte Eure Sterne schenken würdet. Man kann übrigens einmal pro Tag abstimmen, und zwar noch bis am 5. Juli 2012.

Hier findet Ihr meine Wettbewerbs-Projekte:


http://www.80jahrebernina.ch/cms/?s=bn_vote&pid=30&page=12&


http://www.80jahrebernina.ch/cms/?s=bn_vote&pid=28&page=12&


http://www.80jahrebernina.ch/cms/?s=bn_vote&pid=26&page=12&

Als Projekte eingestellt habe ich einige meiner neueren Werken von "Babelina & Button", aber mit meiner Bernina habe ich schon so viel erlebt, dass es für ein Buch reichen würde.... Da wäre zum Beispiel die Sache mit meinem Hochzeitskleid, das ich auf meiner Bernina genäht habe, ohne je einen Einführungskurs gemacht zu haben, ohne je etwas Derartiges gewagt zu haben... Es hat mich viel Nerven und einige schlaflose Nächte gekostet, v.a. als das Maschinchen zwischendurch defekt zu sein schien und plötzlich nicht mehr so nähte wie gewohnt. Durch dieses riesige Projekt aber habe ich viel über meine Bernina gelernt, und seither sind wir ein prima Team.

Ach ja, und hier noch ein paar Bilder meines Hochzeitskleides.... Ein bisschen angelehnt an ein Givenchy-Modell von Audrey Hepburn aus den früheren 50ern, das Hubert Givenchy entworfen hatte, dazu ein bisschen Rosentraum, nach einem original Schnittmuster von 1956, leicht variiert.

Das Modell von Givenchy als Schnitt bei McCall's
Getragen von der bezaubernden Audrey Hepburn

Meine Version in champagnerfarbener Duipon-Seide...

...mit vielen Rosen in Zartrosa

Gefertigt nach diesem Originalschnitt von 1956 aus meiner Vintage-Sammlung

Und hier von vorne - das Oberteil mit eigenähten Stäbchen

Mittwoch, 22. Februar 2012

Ein tolles Geschenk!


Vor einigen Tagen hat eine liebe Person mich mit einem Geschenk zur Geburt meines Sohnes überrascht. Das Tolle daran ist, dass es ein Geschenk für MICH ist. Damit erfüllt sich ein kleiner lang gehegter Wunsch, eine Kam Snap Zange - ich bin hin und weg von diesem absolut passenden und grosszügigen Geschenk. Zumal ich die nette Schenkende persönlich nicht mal kenne.

Dazu gab es eine allerliebste und höchst praktische Windeltasche, die jetzt gerade sehr gelegen kommt. Und sollte unser Nachwuchs keine Windeln mehr benötigen, können die Kleinen ihre Spielsachen oder ein Buch darin verpacken.

Dieses selbst genähte Geschenk schätze ich sehr, weil ich weiss, wie viel Arbeit dahinter steckt.

Danke liebe Nicci!

Wer übrigens keine so nette Person kennt, die einen beschenkt, kann sich die praktische Kam Snaps Zange hier kaufen. :-)

Die kleine süsse Hand übrigens ist diejenige meiner Tochter, die von allen farbigen kleinen Sachen, besonders von Knöpfen, nahezu magisch angezogen wird.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Frohe Festtage!



An dieser Stelle wünsche  ich all meinen regelmässigen, gelegentlichen und vor allem neuen Lesern frohe Weihnachten und ein gesegnetes neues Jahr!

Den gestrigen Heiligabend hatten wir mit die Familie meines Mannes zu Besuch, heute sind wir bei meinen Eltern eingeladen, die zum Glück gleich im benachbarten Dorf wohnen. Mit einem Babybauch und einem Kind, das beim Anblick von Geschenken ganz aufgeregt wird, ist das alles etwas anstrengend. Aber da ich weiss, dass es bei meinen Eltern immer sehr beschaulich zugeht und  ich dort sicher verwöhnt werde, freue ich mich sehr auf das Fest.

Nur noch die letzten Geschenke einpacken und mein Dessert vorbereiten - Bûche de Noël. Seit Jahren nicht mehr gegessen, da freu ich mich drauf!

Allen ebenso besinnliche Festtage und bis bald!

Montag, 12. Dezember 2011

Weihnachtszeit, Guetzli*-Zeit

* Biscuits, Kekse, Plätzchen, Cookies... werden in der Schweiz Guetzli genannt. Das Jahr hindurch backe ich gerne Kuchen, Torten oder Muffins, für die Kinder, zu Anlässen oder mal für Besucher. Aber das Herstellen von Weihnachtsgebäck gehört für mich einfach zur Adventszeit dazu.

Meine grosse Inspiration ist meine Mutter, die es in Glanz-Zeiten locker mal auf über ein Dutzend verschiedene Sorten brachte.
Hier eine Impression aus meiner Backstube...

Freitag, 21. Oktober 2011

Sendepause


Unser Computer hat nun defintiv den Geist aufgegeben. Zwar hat der beste aller Ehemänner heute bereits einen neuen beschafft (perlweiss, auf meinen Wunsch hin - weil es einfach super-schön aussieht! wegen des Staubes...), aber bis ich in der Lage sein werde, Bilder zu laden, wird es noch ein Weilchen dauern. Ein wenig ärgerlich, weil es neue Werke zu zeigen gäbe.
Naja, dann üben wir uns noch etwas in Geduld und waaaarten. Ist leider gar nicht zum Glück meine Stärke. Dafür scheint bei uns eine prächtige Herbstsonne, und der Garten ruft noch einmal. Vielleicht zum letzten Mal in diesem Jahr, aber der Babybauch mag auch nicht mehr so recht.

Montag, 3. Oktober 2011

Post


Nicht immer bekomme ich so dicke Post. Und bei genauem Hinsehen....


Da werde ich doch ganz aufgeregt! Also auspacken....


Och, wie süss, viel schöner als erwartet!


Und dann erst noch sehr ethisch und umweltbewusst (stolz-auf-die-Schulter-mir-klopfe).

Freue mich schon darauf, was Herziges für unser neues Kleines zu nähen.

Der Stoff ist vom Etsy-Shop von ottobre.

Sonntag, 4. September 2011

Ende der Sommerpause und Ferien-Impressionen

Der Sommer hat mich ziemlich auf Trapp gehalten. Obwohl meine Posts ausblieben, war ich nicht untätig. Nebst dem Garten, der bei hochsommerlichen Temperaturen besonders gepflegt werden musste, und meinen familiären Verpflichtungen, kam zwar das Handwerkliche etwas zu kurz. Dennoch sind einige Sachen entstanden, hauptsächlich für meine Tochter.





Colmar, Petit Venise
Daneben waren wir auch für ein paar Tage im Elsass, um es uns gut gehen zu lassen. Mit einem Kleinkind zu reisen ist natürlich etwas anstrengender als nur zu zweit, aber es war dennoch sehr schön, und wir haben es genossen.



Eguisheim







Besonders bewährt haben sich die Kopftücher, die ich für unsere Kleine noch rasch genäht habe. Sie halten selbst auf ihren feinen Haaren und verrutschen auch beim Herumspringen nicht. Der Baumwollstoff ist angenehm zu tragen, und mit Spitzen oder Zackenbordüren ergibt sich eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Ebenfalls musste kurz vor der Abreise noch ein Band für die Sonnenbrille gemacht werden. Wir mussten nämlich bereits die zweite Sonnenbrille kaufen diesen Sommer, und auch die vom letzten Jahr ist vermutlich verloren gegangen. Nun aber passen die bunten Matrioschkas auf, dass die Brille schön "am Kind" bleibt...

Im Kinderzoo Rapperswil



Mittlerweile zeichnet sich bei uns langsam ein Ende des Sommers ab. Die Abende sind schon deutlich kühler, die Bäume beginnen sich zu verfärben, und morgens sehe ich von meinem Küchenfenster aus über dem Ried ein Nebelmeer liegen. Auch wenn mich das stets ein wenig mit Wehmut erfüllt, so freue ich mich immer auch auf den Herbst, die Farben, das kalte Wetter. Auf Wollpullover, Feuer im Kamin und Kürbissuppe. Und natürlich auf die Vorweihnachtszeit.
Da im Dezember meine Schwangerschaft schon ziemlich weit fortgeschritten sein wird, werde ich wohl dieses Jahr auf eine Teilnahme an einem Weihnachtsmarkt verzichten müssen. Das ist zwar sehr schade, dafür werde ich die Adventszeit diesmal etwas ruhiger angehen können. Dennoch habe ich Pläne für viel Neues, und untätig herumsitzen werde ich bis zum voraussichtlichen Geburtstermin ganz gewiss nicht.

Geistiges Eigentum

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